Das Seifenkistenrennen: Warum wir uns im Team auf gemeinsame Ziele einigen müssen

Zusammen mit seinem besten Freund trainierte ein kleiner Junge viele Wochen für das alljährliche Seifenkistenrennen. Es war das mit Abstand größte Rennen der Umgebung und konnte den erfolgreichen Jungen der Stadt viel Ruhm und Ehre bei ihren Altersgenossen einbringen. Den Siegern war die Teilnahme an der überregionalen Meisterschaft vorbehalten, für den zweiten und dritten Platz gab es einen Gutschein für den Besuch eines internationalen Autorennens. Nichts wünschte sich der kleine Junge sehnlicher als den ersten Platz und damit die Teilnahme an der großen Meisterschaft. Im letzten Jahr war er mit einem anderen Freund knapp auf dem vierten Platz gelandet, doch dieses Mal rechnete er sich aufgrund des harten Trainings mit seinem besten Freund mehr aus.

Am Tag des Rennens waren beide Jungen sehr aufgeregt. Sie hatten ihre Seifenkiste für die Zuschauer herausgeputzt und ließen sich stolz von ihren Fans beim Start fotografieren. Angetrieben durch ihren Ehrgeiz überholten sie in der zweiten Hälfte des Rennens sogar die erfolgreichen Teams der vergangenen Jahre und setzten sich an die Spitze des Feldes. Doch kurz vor dem Zieleinlauf merkte der kleine Junge auf einmal, wie sein Freund langsam nachließ, fast so, als wollte er nicht gewinnen. Das machte ihn rasend und er feuerte ihn mit aller Kraft an. Es half nichts. Am Ende wurden sie überholt und fuhren als zweite durch das Ziel. Jubelnd streckte sein bester Freund die Arme in die Luft und hüpfte vergnügt aus der Seifenkiste. Der kleine Junge verstand die Welt nicht mehr und fragte seinen Freund, wie er sich über diese Niederlage so freuen könnte. Sein Freund entgegnete: Wieso, als zweite fahren wir doch zum Autorennen. War das nicht unser Ziel?

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Sven von der Heyde