Die traurige Nachricht: Vom Wert der digitalen Freundschaft

Businessparabel: Die traurige Nachricht

Wenn du eine gute Freundin im Leben hast, dann ist das viel, pflegte ihre Großmutter immer zu sagen. Es war ein Rat, der ihr nicht mehr zeitgemäß erschien, doch wollte sie ihre Großmutter nicht belehren. Heutzutage war der Quell an Freunden doch unerschöpflich. In den sozialen Netzwerken knüpfte sie fast täglich neue Freundschaften, ein Klick reichte aus. Auf der ganzen Welt hatte sie Freunde, mit denen sie die schönen und aufregenden Erlebnisse aus ihrem Leben teilen konnte.

Am Tag, an dem ihre Großmutter starb, hatte sie 1001 Freunde in ihrem digitalen Netzwerk. Sie verspürte ein innere Leere und es überkam sie eine Traurigkeit, die sie so noch nie erlebt hatte. Zum ersten Mal seit mehreren Jahren postete sie nichts auf ihre Pinnwand. Negatives hatte dort einfach keinen Platz. Sie fiel in ein tiefes Loch und merkte, dass sie unbedingt mit jemandem außerhalb ihrer Familie über den Tod ihrer Großmutter sprechen musste. Als sie darüber nachdachte, wem sie sich wohl in dieser für sie so unbekannten und schwierigen Situation anvertrauen könnte, fiel ihr nur eine einzige Person ein — ihre beste Freundin, die sie in letzter Zeit ziemlich vernachlässigt hatte.

Drei Stunden später saßen sie zusammen auf ihrem Bett und weinten so lange, bis sie nicht mehr weinen konnten. Dann begann sie zu erzählen, was ihre Großmutter für eine beeindruckende und weise Frau gewesen war. Und während sie ihre Freundin dabei anschaute, musste sie auf einmal daran denken, was ihre Großmutter immer gesagt hatte: Wenn du eine gute Freundin im Leben hast, dann ist das viel.

Wieder begann sie zu weinen. Erst durch den Tod ihrer Großmutter verstand sie, was dieser Satz wirklich bedeutet.

Der Weltumsegler: Warum Networking allein nicht immer zum Ziel führt

Networking - Der Weltumsegler

In einer kleinen Stadt an der portugiesischen Küste war es seit langer Zeit Tradition, dass einmal in einem Jahrzehnt ein Sohn der Stadt auf den Weg geschickt wurde, um die Welt zu umsegeln. Ursprünglich war diese Reise den Söhnen der reichsten Familie der Stadt vorbehalten gewesen, doch als ihr die Nachkommen ausgingen, schlossen sich einige wohlhabende Kaufleute zusammen, um die Tradition weiterleben zu lassen. So durften sich die mutigsten Segler der Region an einem bestimmten Tag vorstellen und für sich selbst werben. Dem Besten von ihnen ließen die Kaufleute das Segelschiff seiner Wahl bauen. Zusätzlich stellten sie ihm eine kleine Crew zur Seite und versorgten seine Familie in der Zeit, in der er unterwegs war.