Der Gipfelstürmer: Von der Kunst des Innehaltens

Businessparabel - Der Gipfelstürmer

Zwei Wanderer bestiegen gemeinsam einen Berg, den sie für den höchsten in der gesamten Region hielten. Während der eine der beiden nur das Ziel — den Gipfel — vor Augen hatte, blieb der andere häufiger stehen, um die Aussicht zu genießen. Dies begann den Schnelleren zu nerven, weil er den inneren Druck verspürte, so bald wie möglich die Spitze des Berges zu erreichen. Der Langsamere bemerkte die Getriebenheit des anderen und fragte ihn, ob er nicht auf dem Gipfel auf ihn warten wolle.

So preschte der andere vor und erreichte in einer Rekordzeit das angestrebte Ziel. Glücklich schaute er sich auf dem Gipfel um und sein Blick schweifte in die Ferne. Da sah er zu seiner Verwunderung, dass nicht weit entfernt ein anderer Berg noch höher zu sein schien als der, auf dem er sich befand. Das konnte nicht sein, er wollte doch zuhause nicht erzählen, dass er lediglich den zweithöchsten Berg der Region erklommen habe. Hektisch packte er sein Brot wieder ein und rannte den Berg hinab.

Auf dem Rückweg begegnete er dem langsameren Wanderer, dem noch ein gutes Stück bis zum Gipfel fehlte. Tut mir leid, rief er ihm im Vorbeigehen zu, ich muss weiter. Auf der anderen Seite ist ein noch höherer Berg! Dieser entgegnete: Ist schon gut, zieh ruhig weiter. Und bei sich dachte er: Wer den Weg nicht auch als Teil des Ziels begreift, ist sowieso kein angenehmer Weggefährte.

Ein Fest im Haus der Tiere: Mit der richtigen Einstellung zum Erfolg

Businessparabel - Ein Fest im Haus der Tiere

Das Haus der Tiere feierte vor einiger Zeit sein 100jähriges Bestehen. Zwei besonders aktive Mitglieder, der alte Hase und der schlaue Fuchs, erklärten sich im Vorfeld des großen Festes bereit, das Catering zu organisieren. Da sich das Haus in öffentlicher Trägerschaft befand, mussten sich die beiden mindestens zwei Angebote einholen, um davon das bessere auszuwählen. Sie beschlossen, zwei Caterer ausfindig zu machen und diese zunächst ein Abendessen für eine kleinere Gruppe aus dem Haus der Tiere servieren zu lassen.

So gingen sie erst zum Löwen, der sein ganzes Geld im Kasino verspielt hatte und nun versuchte, mit seinem neu gegründeten Catering-Service finanziell wieder auf die Beine zu kommen. Der Löwe war sehr überzeugt von sich und ließ den Hasen und den Fuchs kaum ausreden. Ich werde schon genau das Richtige für euch finden, brüllte er zuversichtlich. Ihr werdet in der ganzen Stadt keinen Besseren als mich finden!

Danach suchten sie die fleißige Biene auf, die zusammen mit ihren Freundinnen neben ihrem Honiggeschäft nun auch einen Catering-Service eröffnet hatte. Sie erkundigte sich sehr freundlich nach den Vorlieben jedes einzelnen Gastes, schrieb sich sogar die Zahl der Vegetarier und Veganer auf, und versprach den beiden, dass für jeden etwas Leckeres dabei sein würde.

Am Tag des Abendessens hatten der alte Hase und der schlaue Fuchs zwei große Tische vorbereitet, auf die die beiden Caterer jeweils ihre Speisen und Getränke stellen sollten. Der Löwe kam als Erster und warf protzig eine am selben Tag erlegte Antilope auf seinen Tisch. Daneben stellte er ein großes Fass Bier. Seht her, brüllte er, seht was ich kann. Das macht mir keiner nach. Die fleißige Biene hatte viele Freundinnen dabei, die ihr bei der Gestaltung ihres Tisches halfen. Nach den Vorlieben der Gäste sortiert präsentierten sie auf ihrem Tisch die köstlichsten Speisen und Getränke. Mit Liebe zum Detail war alles dekoriert, am Ende zündeten sie sogar Kerzen aus selbst hergestelltem Wachs an, die für eine sehr feierliche Stimmung sorgten.

Die geladenen Gäste bedienten sich ausnahmslos am Tisch der Bienen und so gewann die fleißige Biene mit ihrem Team die Ausschreibung. Der Löwe machte sich am Ende selber über die Antilope und das Fass Bier her und benahm sich dabei ziemlich rüpelhaft. Als er irgendwann ausfallend wurde, mussten ihn der alte Hase und der schlaue Fuchs hinausbitten. Besoffen wie er war, lallte der Löwe: Ich kann euch 50 Antilopen bringen, wenn ihr wollt. Krieg ich dann die Ausschreibung? Der alte Hase antwortete: Nein, mein lieber Löwe, auch dann nicht. Weißt du, in deinem Geschäft kommt es weniger auf deine Fähigkeiten, sondern mehr auf deine Motivation und deine Einstellung an. Deine Fähigkeiten bestimmen was du kannst, doch deine Motivation und deine Einstellungen bestimmen was und wie du etwas machst. Und darauf, fügte der schlaue Fuchs hinzu, kommt es schließlich an!