Der Koffer auf der Kirchturmspitze: Vom Wert der Willenskraft

Der Koffer auf der Kirchturmspitze

Zusammen mit seinem geliebten Großvater erkundete ein kleiner Junge an jedem ersten Sonntag im Monat die schönsten Orte der Region. Der Großvater kannte jeden Stein und jeden Winkel in dieser Ecke des Landes und es bereitete ihm große Freude seinem Enkel Geschichten über die dort lebenden Menschen und ihre Besonderheiten zu erzählen.

An einem goldenen Herbsttag fuhren sie in einen nahe gelegenen Wald, der ein beliebtes Ausflugsziel für Familien war. Die Sonne funkelte durch die bunt schimmernden Blätter der Bäume und der Großvater erzählte seinem Enkel, wie er bereits mit seinen Eltern Sonntagsspaziergänge hier gemacht hatte. Nachdem sie eine Weile gewandert waren, wurde der kleine Junge müde und ihm taten die Füße weh. Wann sind wir endlich da? fragte er seinen Großvater. Dieser entgegnete: Wir werden gleich zu einem herrlichen Aussichtspunkt kommen, dann können wir uns ein wenig ausruhen.

An der Lichtung angelangt, setzten sich die beiden nebeneinander auf eine alte Holzbank, packten ihre Brote aus und ließen den Blick gen Westen schweifen. In der Ferne erspähte der kleine Junge die Spitze eines Kirchturms und er fragte seinen Großvater, ob er ihm etwas über diese Kirche erzählen könne. Der Großvater nickte bedächtig und sagte dann: Im benachbarten Dorf erzählt man sich, dass ganz oben auf der Spitze dieses Kirchturms ein Koffer voller Süßigkeiten verborgen liege. Der kleine Junge, der für sein Leben gern Süßigkeiten aß, entgegnete aufgeregt: Großvater, worauf warten wir dann? Lass uns sehen, ob die Geschichte stimmt!

Also wanderten sie viele Kilometer durch die hügelige Landschaft und kamen schließlich ziemlich erschöpft an der Kirche an. Die Besucher des Gottesdienstes waren schon längst wieder nach Hause zurückgekehrt und auch der Pastor der Gemeinde genoss seinen wohl verdienten freien Sonntagnachmittag. Die große schwere Eingangstür der Kirche ließ sich mit ein wenig Anstrengung öffnen und schnell fanden sie den Aufgang zum Kirchturm. So rannte der kleine Junge die 253 Stufen im Rekordtempo hinauf und begann sofort nach dem Koffer voller Süßigkeiten zu suchen. Einige Minuten später kam sein Großvater nach Luft schnappend oben an und setzte sich auf einen Holzstuhl, der für die betagteren Besucher der Kirchturmspitze bereit stand.

Eine gefühlte Ewigkeit suchte der kleine Junge vergeblich nach dem Koffer und wendete sich schließlich verzweifelt und verärgert an seinen Großvater: Hier ist kein Koffer, wir haben den ganzen weiten Weg umsonst auf uns genommen! Der weise Großvater entgegnete mit seiner beruhigenden Stimme: Mein lieber Enkel, du hast gerade etwas viel Wertvolleres als einen Koffer voller Süßigkeiten gefunden!

Fragend blickte ihn der kleine Junge an. Schau dich um, du bist auf dem höchsten Punkt der gesamten Region angekommen. Du hast dir selbst bewiesen, wozu du in der Lage bist, wenn du etwas wirklich willst. Jedes Mal, wenn du in Zukunft erschöpft bist und glaubst dein Ziel nicht erreichen zu können, dann denke an den heutigen Tag zurück!

Und dann zog der Großvater eine kleine Packung Süßigkeiten aus seiner Jackentasche und reichte sie seinem geliebten Enkel. Zusammen saßen sie noch mindestens eine Stunde auf dem kleinen Holzstuhl und genossen vergnügt die wunderbare Aussicht.

Die Reise nach Nepal: Glück ist trainierbar

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Sie sind ausgebrannt, gönnen Sie sich eine Auszeit! Der Mann verstand nicht recht. Wie sollte er sich eine Auszeit nehmen, es gab so viel zu tun. Worauf haben Sie in den vergangenen Jahren verzichtet, was Ihnen Freude bereitet? Immer noch benebelt von der Diagnose des Arztes hallte die Frage einige Sekunden in seinem Kopf nach. Dann besann er sich: In jungen Jahren bin ich viel um die Welt gereist und haben ferne Länder erkundet. Nur in Asien bin ich noch nie gewesen. Zufrieden kritzelte der Arzt etwas auf einen Zettel. „Einmal Nepal“ stand dort. Ihre Krankenkasse wird das wohl nicht übernehmen, sagte die Sprechstundenhilfe schmunzelnd. Angesichts der offensichtlich sehr wertvollen Designeruhr des Patienten hegte sie jedoch keine Zweifel, dass die Einlösung des Rezepts am Geld scheitern könne.

So brach der Mann eine Woche später nach Nepal auf und bereits bei der Planung der Reise verspürte er dieses positive Kribbeln, das in den letzten beiden Jahren aus seinem Leben verschwunden gewesen war. Die Tatsache, dass sein Chef kein Verständnis für seinen „Selbstfindungstrip“ zeigte, störte ihn auf einmal weniger als erwartet.

Nur wenige Tage nach seiner Ankunft in Nepal begann er aufzublühen und er genoss es sehr, mit den freundlichen Menschen vor Ort Kontakt aufzunehmen und mehr über ihr Leben zu erfahren. Als die Bewohner eines kleinen Dorfes im Himalaya vom traurigen Beweggrund seiner Reise erfuhren, schauten sie sich wissend an. Sie hatten Mitleid mit diesem für sie armen Mann aus dem Westen, der ihnen so herzlich und offen begegnete. Schließlich verrieten sie ihm ein Geheimnis, das sie mit nur wenigen Fremden überhaupt teilten. Sie erzählten, dass auf der Spitze des Berges in einer kleinen Hütte ein Mönch lebe, der als der glücklichste Mensch des ganzen Landes gelte. Geh zu ihm, rieten sie dem Mann, und finde dein Glück!

Fast drei Tage wanderte er über unbekannte Wege den Berg hinauf und mehr als einmal war er kurz davor, umzukehren. Müde, erschöpft und hungrig erspähte er schließlich die kleine Hütte des Mönchs und klopfte mit pochendem Herz an die rote Holztür, doch schien dieser keine Anstalten zu machen, dem Fremden Einlass zu gewähren. Also rief der Mann: Bitte öffne mir die Tür! Ich bin Tausende von Kilometern nach Nepal gereist und habe große Strapazen auf mich genommen. Bitte sag mir: Worin liegt das Geheimnis des Glücklichseins?

Da öffnete der Mönch die Tür und schaute ihn mit seinen weisen Augen für eine ganze Weile an. Auf einmal begann er herzhaft zu lachen. Der Mann war verwirrt und dachte, der Mönch lache ihn für seine Torheit aus. Doch nach kurzer Zeit steckte ihn das Lachen des Mönchs an und gemeinsam lachten die beiden für eine gefühlte Ewigkeit, ohne je ein weiteres Wort zu wechseln.

Voller Energie machte er sich auf den Weg zurück ins Tal und fragte sich, warum der Mönch ihm nicht verraten hatte, worin das Geheimnis des Glücklichseins liege. Als er an die Begegnung dachte, musste er sofort unweigerlich wieder anfangen zu lachen. Und da verstand er die Botschaft des Mönchs: Wir lachen nicht, weil wir glücklich sind, sondern wir sind glücklich, weil wir lachen.

Ein Fest im Haus der Tiere: Mit der richtigen Einstellung zum Erfolg

Businessparabel - Ein Fest im Haus der Tiere

Das Haus der Tiere feierte vor einiger Zeit sein 100jähriges Bestehen. Zwei besonders aktive Mitglieder, der alte Hase und der schlaue Fuchs, erklärten sich im Vorfeld des großen Festes bereit, das Catering zu organisieren. Da sich das Haus in öffentlicher Trägerschaft befand, mussten sich die beiden mindestens zwei Angebote einholen, um davon das bessere auszuwählen. Sie beschlossen, zwei Caterer ausfindig zu machen und diese zunächst ein Abendessen für eine kleinere Gruppe aus dem Haus der Tiere servieren zu lassen.

So gingen sie erst zum Löwen, der sein ganzes Geld im Kasino verspielt hatte und nun versuchte, mit seinem neu gegründeten Catering-Service finanziell wieder auf die Beine zu kommen. Der Löwe war sehr überzeugt von sich und ließ den Hasen und den Fuchs kaum ausreden. Ich werde schon genau das Richtige für euch finden, brüllte er zuversichtlich. Ihr werdet in der ganzen Stadt keinen Besseren als mich finden!

Danach suchten sie die fleißige Biene auf, die zusammen mit ihren Freundinnen neben ihrem Honiggeschäft nun auch einen Catering-Service eröffnet hatte. Sie erkundigte sich sehr freundlich nach den Vorlieben jedes einzelnen Gastes, schrieb sich sogar die Zahl der Vegetarier und Veganer auf, und versprach den beiden, dass für jeden etwas Leckeres dabei sein würde.

Am Tag des Abendessens hatten der alte Hase und der schlaue Fuchs zwei große Tische vorbereitet, auf die die beiden Caterer jeweils ihre Speisen und Getränke stellen sollten. Der Löwe kam als Erster und warf protzig eine am selben Tag erlegte Antilope auf seinen Tisch. Daneben stellte er ein großes Fass Bier. Seht her, brüllte er, seht was ich kann. Das macht mir keiner nach. Die fleißige Biene hatte viele Freundinnen dabei, die ihr bei der Gestaltung ihres Tisches halfen. Nach den Vorlieben der Gäste sortiert präsentierten sie auf ihrem Tisch die köstlichsten Speisen und Getränke. Mit Liebe zum Detail war alles dekoriert, am Ende zündeten sie sogar Kerzen aus selbst hergestelltem Wachs an, die für eine sehr feierliche Stimmung sorgten.

Die geladenen Gäste bedienten sich ausnahmslos am Tisch der Bienen und so gewann die fleißige Biene mit ihrem Team die Ausschreibung. Der Löwe machte sich am Ende selber über die Antilope und das Fass Bier her und benahm sich dabei ziemlich rüpelhaft. Als er irgendwann ausfallend wurde, mussten ihn der alte Hase und der schlaue Fuchs hinausbitten. Besoffen wie er war, lallte der Löwe: Ich kann euch 50 Antilopen bringen, wenn ihr wollt. Krieg ich dann die Ausschreibung? Der alte Hase antwortete: Nein, mein lieber Löwe, auch dann nicht. Weißt du, in deinem Geschäft kommt es weniger auf deine Fähigkeiten, sondern mehr auf deine Motivation und deine Einstellung an. Deine Fähigkeiten bestimmen was du kannst, doch deine Motivation und deine Einstellungen bestimmen was und wie du etwas machst. Und darauf, fügte der schlaue Fuchs hinzu, kommt es schließlich an!