Kaffeekränzchen: Wie neue Mitarbeiter entspannt effizient sein können

Thinking outside the box
Business people thinking in the box and one independent thinker coming up with an idea outside of the box.The people and background are on separate labeled layers.

Er war der beste Staubsaugervertreter der Stadt. Innerhalb seines 8-Stunden-Tages schaffte er es, im Schnitt 20 Staubsauger zu verkaufen. Das war einsame Spitze. Mithilfe seiner jahrelang erprobten Überredungskünste konnte er Hausfrauen in wenigen Minuten dazu kriegen, ihm seine Staubsauger nebst einer Jahrespackung Staubsaugerbeutel abzukaufen. Die Firma, in deren Auftrag er unterwegs war, kürte ihn jedes Jahr zum besten Mitarbeiter.

Auch in diesem Jahr nahm er wieder stolz den Preis entgegen. Nach der Verleihung kam ein neuer Mitarbeiter auf ihn zu und fragte ihn, was er tun müsse, um im nächsten Jahr zum besten Mitarbeiter gekürt zu werden. Das ist ziemlich einfach, antwortete er, du musst mehr Staubsauger als ich verkaufen. Ich bezweifle allerdings, dass du es schaffst. Du bist neu im Geschäft und weißt noch nicht, wie es funktioniert. Der neue Mitarbeiter sagte: Vielleicht ist gerade das mein Vorteil.

Ein wenig besorgt um seine hervorgehobene Position in der Firma arbeitete der Staubsaugervertreter noch mehr als zuvor. Seine Tage hatten nun nicht mehr acht, sondern zehn Stunden und er verkaufte mehr Staubsauger als je zuvor. Der neue Mitarbeiter hingegen schien recht antriebslos zu sein. Von einem Kollegen hörte der Staubsaugervertreter, dass er nur wenige Stunden täglich unterwegs sei und angeblich den Großteil seiner Zeit bei irgendwelchen Damen beim Kaffeekränzchen verbrachte. Faul und dazu noch ineffizient, sagte der Staubsaugervertreter, das kann ja nichts werden!

Nach einiger Zeit passierte jedoch etwas Seltsames. Immer mehr Hausfrauen, an deren Tür er klingelte, waren bereits im Besitz eines Staubsaugers seiner Firma. Wie war das möglich? Bei der Geschäftsleitung erkundigte er sich über die Verkaufszahlen der einzelnen Vertreter. Zu seinem Entsetzen hatte der neue Mitarbeiter ihn vom ersten Platz verdrängt. Angetrieben von seinem Ehrgeiz arbeitete er nun noch härter als zuvor, seine Familie bekam ihn kaum noch zu Gesicht.

Es half nichts, am Ende des Jahres wurde der neue Mitarbeiter zur besten Kraft im Unternehmen gekürt. Er hatte doppelt so viele Staubsauger verkauft und anscheinend erheblich weniger gearbeitet. Wie hast du das geschafft? fragte ihn der Staubsaugervertreter. Nun, antwortete der neue Mitarbeiter, ich habe mir meine Faulheit zunutze gemacht. Anstatt tausende von Klinken zu putzen, habe ich den Damen, mit denen ich Kaffee trinke, einen Staubsauger geschenkt. Mein Lohn war ihre Empfehlung. So habe ich innerhalb einer Stunde, in der ich auch noch einen Kaffee getrunken habe, mehr Staubsauger verkauft als du an einem Tag.

 

Die Flussüberquerung: Warum Aktionismus nicht die Antwort auf Prokrastination sein muss

Grass is greener on the other side
Business people taking a risk and jumping to where the grass is greener. The people and background are on separately labeled layers.

Eines Tages kam eine Karawane von Handelsreisenden an einen großen reißenden Fluss. Es war unmöglich ihn zu überqueren, weil die Brücke, die im Jahr zuvor noch das eine Ufer mit dem anderen verbunden hatte, morsch geworden und letztendlich vom Fluss davongeschwemmt worden war. Die Händler waren enttäuscht, da sie hinter dem Fluss ein Land mit riesigen Schätzen und tauschbereiten Menschen wähnten. Die jungen Männer der Karawane wurden schnell ungeduldig und begannen Material herbeizuschaffen, mit dem sie eine Brücke bauen wollten. Dabei konnten sie jede helfende Hand gebrauchen, doch die älteren Männer der Karawane zogen es vor, sich auszuruhen und Schach zu spielen. Sie sagten: Das regelt sich alles schon von selbst. Die jungen Männer hielten das für eine schlechte Ausrede müder alter Männer, denen das Vorankommen der Karawane anscheinend unwichtig geworden war.

Der Bau der Brücke war sehr beschwerlich, die Sonne brannte unerbittlich auf diesen Flecken Erde hinab. Nach einiger Zeit bemerkten die jungen Männer, dass das vorhandene Material nicht reichen würde, um die Brücke fertigzustellen. Also entschlossen sie sich, große Baumstämme aus einem entfernteren Teil ihres Landes zu besorgen. Erneut stritten sie sich mit den älteren Männern der Karawane, weil diese nicht bereit waren, ihnen Tauschwaren für die Beschaffung der Baumstämme mitzugeben. Wieder sagten sie: Das regelt sich alles schon von selbst.

Als die jungen Händler drei Wochen später mit voll beladenen Karren zurückkamen, waren die alten Männer verschwunden. Sie müssen beim Versuch, den Fluss zu überqueren, ertrunken sein, sagte der Anführer der Karawane. Doch als sie näher herantraten, wurde ihnen klar, was passiert war. Nicht nur die alten Männern waren verschwunden, sondern auch der Fluss. Die Sonne hatte ihn ausgetrocknet.

Der verwischte Auftrag: Wie das Parkinson’sche Gesetz unser Zeitmanagement bestimmt

Time is Money
Business people, looking at a huge dollar shaped hourglass, realize that "Time is Money". The people & hourglass are on a separate labeled layer from the background.

Der Herrscher eines mächtigen Landes hatte einen sehr großen Reitstall, in dem einige der prächtigsten Pferde des gesamten Königreiches standen. Jedes Jahr beauftragte er die Landesfürsten aus drei verschiedenen Teilen seines Reiches, für ihn die schönsten Pferde auszuwählen und seinem Stall zuzuführen. So schickte er auch in diesem Jahr drei Boten mit jeweils demselben Auftrag los. Die Boten gerieten am Tag ihrer Abreise jedoch in ein Unwetter, sodass der Regen durch ihre Satteltaschen hindurch die königlichen Briefe in Teilen unlesbar machte.